Bad Kreuznach | Beschäftigtenqualifizierung gegen Fachkräftemangel

In der Pflege und den sozialen Berufen werden händeringend Fachkräfte gebraucht. Viele davon fehlen. Die Stiftung kreuznacher diakonie und die Agentur für Arbeit Bad Kreuznach gehen dieses Problem gemeinsam und seit vier Jahren verstärkt an. Zwölf Beschäftigte starten im August berufsbegleitende Ausbildungen, finanziert über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit.

Die Ausbildungen finden in den Bereichen Heilerziehungspflege, Krankenpflegehilfe und der generalistischen Pflegeausbildung statt. Die Ausbildung ist so gestaltet, dass sie sich mit dem Berufsleben vereinbaren lässt. Angehende Heilerziehungspfleger etwa verbringen drei Tage pro Woche an ihrer Arbeitsstelle und zwei Tage in der Schule. Sie behalten während der gesamten Ausbildung ihr bisheriges Gehalt. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten und erstattet dem Arbeitgeber anteilig die Lohnkosten für die Schulzeit. Wer die Zwischenprüfung besteht, erhält zusätzlich eine Prämie von 1.000 Euro, wer den Abschluss schafft, sogar 1.500 Euro.

Das Programm richtet sich bewusst an Menschen, die sich zwar weiterqualifizieren möchten, sich durch ihre persönlichen Lebensumstände aber keinen Einkommensverlust leisten können. Viele von ihnen sind Quereinsteiger, die sich beruflich neu orientiert haben und zunächst ungelernt bei der Stiftung tätig waren. Genau für sie eröffnet das Programm eine echte Chance, im laufenden Beschäftigungsverhältnis einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben.

„Die Teilnehmenden können einen Berufsabschluss erwerben und müssen dabei keine finanziellen Einbußen hinnehmen“, sagt Anne Liestmann vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, die diesen die Bildungsgutscheine persönlich überreichte. Unterstützt wurde sie dabei von Irina Ott-Vrbat aus dem Zentralbereich Projektfinanzierung und Fundraising der Stiftung sowie von Diakon Benedikt Schöfferle, Bereichsleitung Projektfinanzierung und Fundraising.

Für die Stiftung kreuznacher diakonie ist das Programm weit mehr als eine Fördermöglichkeit. Es ist ein Weg, ungelernte Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln und sie langfristig als ausgebildete Fachkräfte im eigenen Haus zu halten. „Aufgrund der demografischen Entwicklung werden in allen Bereichen Fachkräfte gesucht. Wir wissen, wie wichtig es ist, Menschen gezielt in Ausbildung zu bringen“, betont Diakon Benedikt Schöfferle. In den nächsten fünf Jahren wird sich dieser Druck noch weiter erhöhen, da immer mehr ältere Fachkräfte in Rente gehen und gleichzeitig die Zahl der Pflegebedürftigen steigt.