Seit dem 15. Februar 2026 steht die Zentrale Notaufnahme (ZNA) der Diakonie Kliniken Bad Kreuznach unter neuer ärztlicher Leitung: Dr. Oliver Bill verantwortet seitdem die Notfallversorgung beider Häuser und treibt die geplante Zusammenführung der Notaufnahmen maßgeblich voran. Zuvor leitete er bereits die Notaufnahme in der Mühlenstraße. „Mit Dr. Bill setzen wir auf einen erfahrenen Mediziner, der mit unseren Häusern bestens vertraut ist und die Zusammenführung von Anfang an mitgestaltet hat“, sagt Geschäftsführer Manuel Seidel. „Sein Fokus auf klare Prozesse, Ausbildung und eine strukturierte Patientensteuerung ist entscheidend für die Weiterentwicklung einer der größten Notaufnahmen der Region.“ Seine Stellvertretung übernimmt Esther Oldenburg, die bislang die ZNA in der Ringstraße geführt hat.
Die Notfallversorgung spielt zentrale Rolle für die Region
Rund 50.000 Patientinnen und Patienten wurden im vergangenen Jahr in den Notaufnahmen der Diakonie Kliniken versorgt. Damit zählt die Klinik zu den wichtigsten Anlaufstellen für medizinische Notfälle in der Region.
„Unser Ziel ist eine leistungsstarke Notaufnahme, die schnell, strukturiert und patientenorientiert arbeitet“, sagt Dr. Bill. „Wir bündeln unsere Ressourcen so, dass wir jeden Notfall zügig und auf höchstem medizinischem Niveau behandeln können.“
Erfahrung aus Intensiv- und Notfallmedizin
Vor seinem Medizinstudium machte Bill zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Seine Leidenschaft für die Medizin und Notfallmedizin entdeckte er als „Zivi“ im Rettungsdienst. Anschließend holte er auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur nach und studierte Humanmedizin in Mainz, wo er auch promovierte. Seine fachärztliche Weiterbildung absolvierte er am GPR Klinikum Rüsselsheim. Seit 2019 leitete der Facharzt für Innere Medizin die interdisziplinäre Intensivstation am ehemaligen Krankenhaus St. Marienwörth und war dort seit 2020 auch Ärztlicher Leiter der Notaufnahme. Zusatzqualifikationen in Notfallmedizin, Internistischer Intensivmedizin sowie Klinischer Akut- und Notfallmedizin und seine Tätigkeit im Notarztdienst ergänzen sein Profil.
Seit Februar pendelt der neue Ärztliche Leiter zwischen den beiden Notaufnahmen. Parallel dazu rotieren auch die Mitarbeitenden aus der Notfallpflege zwischen den Häusern, um Erfahrungen auszutauschen, Abläufe zu vereinheitlichen und die Teams frühzeitig zusammenzuführen. „Beide Notaufnahmen sind weiterhin geöffnet und funktionsfähig. Und auch nach dem Abschluss der Baumaßnahmen wird es in der Mühlenstraße noch eine kleine Notfalleinheit geben“, betont Bill. Im Rahmen des neuen medizinischen Gesamtkonzepts der Diakonie Kliniken werden einzelne Fachabteilungen neu strukturiert und einige Abteilungen werden umziehen. In diesem Zusammenhang sind auch Anpassungen in der Notfallversorgung erforderlich.
Eine starke Notaufnahme an einem Standort
Perspektivisch bündeln die Diakonie Kliniken ihre Akut- und Notfallversorgung in der Ringstraße in Bad Kreuznach. Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben sowie medizinische Anforderungen an moderne Notfallstrukturen. Der Standort bietet bereits heute wichtige Voraussetzungen für die Versorgung schwerverletzter und kritisch kranker Patientinnen und Patienten: zwei hochmoderne Herzkatheterlabore, mehr OP-Kapazitäten, eine leistungsfähige Intensivstation sowie das regionale Traumazentrum. Zudem bestehen auch baulich vorteilhaftere Möglichkeiten für eine Erweiterung.
Auch die Rettungsdienste unterstützen die neue Struktur. „Eine zentrale Anlaufstelle erleichtert die Patientensteuerung, reduziert Doppelstrukturen und verbessert die Abstimmung zwischen Klinik, Rettungsdienst und Praxen – insbesondere bei zeitkritischen Notfällen“, sagt Dr. Carsten Lott, der Ärztliche Leiter Rettungsdienst im Bereich Mainz, der die Landkreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms, Bad Kreuznach sowie die Städte Mainz und Worms umfasst. Gerade bei einem akuten Herzinfarkt oder schweren Verletzungen ist es entscheidend, dass Patientinnen und Patienten ohne Zeitverlust direkt in der Klinik, im Herzkatheterlabor oder im Operationssaal weiterbehandelt werden. Das Diakonie Haus in der Mühlenstraße (Marienwörth) wird zum Zentrum für planbare Eingriffe und ambulante Behandlungen.
Mehr Platz, moderne Abläufe, bessere Wege
Die neue ZNA wird deutlich größer als die bisherigen Einheiten: Geplant sind drei Schockräume, 22 Behandlungsplätze sowie ein Überwachungsbereich mit bis zu acht Betten. Ziel ist es, Zugänge für Patienten zu vereinfachen, transparenter zu gestalten und Abläufe zu beschleunigen. Auch der Bereich für die Ersteinschätzung wird ausgebaut. Gleichzeitig wird die technische und medizinische Ausstattung modernisiert. „Obwohl wir räumlich wachsen werden, werden unsere Wege kürzer und Abläufe effizienter“, sagt Bill, der mit einer Arbeitsgruppe an den Plänen und Strukturen arbeitet.
Bauarbeiten im laufenden Betrieb
Der Ausbau erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Zunächst wird die Liegendeinfahrt erweitert, um zusätzliche Stellflächen für Rettungswagen zu schaffen. „Unsere Baumaßnahmen finden während des laufenden Klinikbetriebs statt. Daher bitten wir schon jetzt um Verständnis, wenn sich Wegeführungen zeitweise ändern oder es zu kleineren Einschränkungen für Patientinnen und Patienten kommt“, sagt Geschäftsführer Manuel Seidel.
Mit der neuen Leitung und dem Ausbau entsteht in Bad Kreuznach eine leistungsstarke, moderne Notfallstruktur, die auf die Anforderungen von heute und morgen ausgerichtet ist.
