Nach der Fusion der beiden Kreuznacher Krankenhäuser fand Ende November das erste Kreuznacher Notfallmedizin-Symposium in den Diakonie Kliniken Bad Kreuznach statt. Einen ganzen Tag lang kamen Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende aus der Luft- und Bodenrettung, Medizinstudierende sowie Auszubildende in der Ringstraße zusammen, um sich gemeinsam fortzubilden, auszutauschen und wichtige notfallmedizinische Fähigkeiten zu trainieren. Die ganztägige Veranstaltung bot ein breites Spektrum an praxisnahen Vorträgen, Fallbeispielen und Workshops – mit dem gemeinsamen Ziel, die Akutversorgung von Patientinnen und Patienten vom Unfallort bis ins Krankenhaus weiter zu verbessern.
Im Mittelpunkt standen Themen wie Atemwegsmanagement, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen oder die Kontrolle großer Blutungen. Diese wurden zunächst theoretisch vorgestellt und anschließend in Kleingruppen geübt. „Notfallmedizin bedeutet, in Sekunden das Richtige zu tun. Dafür braucht es Wissen, Routine und vor allem Teamwork“, betonen die Anästhesisten Dr. Sarah Teßmer und Dr. Christoph Süss-Havemann, die das Symposium initiiert und organisiert haben.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die praxisorientierten Trainingsstationen. Die Teilnehmenden übten einen Luftröhrenschnitt an Schweinehälsen, sicherten Atemwege unter erschwerten Bedingungen und legten Aderpressen - sogenannte Tourniquets - an. Alles essenzielle Maßnahmen zur sicheren Versorgung in Notfallsituationen. „Wir wollen realistische Trainingsbedingungen schaffen, damit unsere Mitarbeitenden für den Ernstfall gut vorbereitet sind“, sagt Dr. Veit Kürschner, Chefarzt der Anästhesie der Diakonie Kliniken Bad Kreuznach.
Das Symposium bot darüber hinaus einen wichtigen Einblick in moderne Rettungstechnik. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, Intensivtransport-Fahrtragen sowie lebensrettende Geräte wie Defibrillatoren, EKGs und Beatmungsgeräte kennenzulernen. „Auch die Nachwuchsförderung ist für uns ein zentraler Baustein. Wir wollen jungen Menschen zeigen, wie spannend und verantwortungsvoll die Notfallmedizin ist“, so Kürschner. Zum Erfolg der Veranstaltung trug vor allem auch die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Hilfsorganisationen bei. Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe, der ASB Bad Kreuznach und der Rettungsdienst Corneli unterstützten das Symposium mit großem Engagement. Interprofessionelle Referentinnen und Referenten sowie Tutorenteams sorgten dafür, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche der Notfall- und Akutmedizin noch weiter gestärkt wurde. „Genau dieser Austausch macht unsere regionale Versorgung stark“, ergänzt Dr. Christoph Süss-Havemann.
Die Resonanz der Teilnehmenden war durchweg positiv. Angesichts des großen Interesses blicken die beiden Notfallmediziner aus der Abteilung für Anästhesie bereits nach vorne: Für das kommende Jahr ist ein zweites Kreuznacher Notfallmedizin-Symposium geplant. Ziel ist es, die Versorgungskette vom Unfallort bis zur stationären Behandlung weiter zu stärken und das gemeinsame Verständnis für Abläufe und Anforderungen in der Notfallmedizin zu vertiefen.
