Sirenen, Funkmeldungen und die Ankündigung zahlreicher Verletzter. Für die Diakonie Kliniken Bad Kreuznach begann der Einsatz mit einem Szenario, das höchste Aufmerksamkeit erforderte. Nach einem Brand im Chemieraum der IGS Stromberg wurden zunächst 17 betroffene Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte angekündigt. Entsprechend der ersten Lageeinschätzung waren sieben Personen als gelb (mittelschwer verletzt) und zehn Personen als grün (leicht verletzt) eingestuft worden. Nur zwei Tage nach der Neuorganisation der Notfallversorgung musste das Krankenhaus seine neuen Abläufe erstmals unter realen Bedingungen unter Beweis stellen.
Sofort aktivierten die Diakonie Kliniken ihren Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplan. Unter der Leitung der Zentralen Notaufnahme standen innerhalb kürzester Zeit Teams aus Unfallchirurgie, Anästhesie, Kinder- und Jugendmedizin, Innerer Medizin, Pflege, OP-Management und Seelsorge bereit. Die Versorgung zusätzlicher Patientinnen und Patienten wurde vorbereitet, Behandlungsplätze geschaffen und Personal nachalarmiert.
Am Ende stellte sich die Lage glücklicherweise als deutlich weniger dramatisch heraus als zunächst befürchtet. Acht Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft wurden in den Diakonie Kliniken untersucht. Alle Betroffenen hatten lediglich leichte Verletzungen oder leichte Beschwerden und konnten medizinisch versorgt werden.
Besonders beeindruckend war die große Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen kamen kurzfristig zur Unterstützung oder verlängerten freiwillig ihren Dienst, um die Versorgung sicherzustellen. "Für uns war dieser Einsatz eine wichtige Bewährungsprobe", sagt Dr. Oliver Bill, Leiter der Zentralen Notaufnahme. "Er hat gezeigt, dass unsere Alarmierungs- und Führungsstrukturen funktionieren und die Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen hervorragend klappt. Auch wenn sich die Lage glücklicherweise als weniger schwerwiegend herausgestellt hat als zunächst angenommen, konnten wir unsere Einsatzbereitschaft unter realen Bedingungen erfolgreich unter Beweis."
Die Ereignisse hatten noch eine besondere Bedeutung: Erst zwei Tage zuvor hatten die Diakonie Kliniken ihre Notfallversorgung im Rahmen der Zusammenführung der Unfallchirurgie beiden Krankenhausstandorte neu organisiert. Geschäftsführer Manuel Seidel bedankt sich bei allen Beteiligten: "Unser Dank gilt den Mitarbeitenden der Klinik ebenso wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und den Verantwortlichen der IGS Stromberg. Solche Einsätze zeigen, wie wichtig eingespielte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller Partner sind. Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig sind."
Der Einsatz hat eindrucksvoll bestätigt, wie wichtig eine kontinuierliche Notfallplanung, regelmäßige Übungen und engagierte Mitarbeitende für eine sichere medizinische Versorgung sind.