Diakonie Kliniken Hunsrück entwickeln Fast-Track-Konzept weiter
SIMMERN. Mit sanften Atem- und Bewegungsübungen wie Qigong schneller zu mehr Energie und Mobilität. Dieses Angebot gehört ebenfalls zur Therapie im zertifizierten EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) an den Diakonie Kliniken Hunsrück. Zwei Mal pro Woche trainieren Patientinnen und Patienten nach einem Gelenkersatz unter Anleitung der Physiotherapie. „Körper, Atem, Geist – alles kommt in Fluss“, so das Motto der neuen Kurseinheit, die das bewährte Fast-Track-Konzept ergänzt. Ziel ist es, die Genesung nach Hüft- oder Knieoperation noch ganzheitlicher zu unterstützen.
Denn wer ein neues Hüft- oder Kniegelenk erhält, wünscht sich vor allem eines: möglichst schnell wieder mobil und schmerzfrei zu sein. Genau darauf zielt das vor fast genau sechs Jahren eingeführte Endo-Fast-Track-Verfahren ab. Es handelt sich um einen strukturierten, wissenschaftlich fundierten Behandlungspfad, der Patientinnen und Patienten auf dem Weg zurück in den Alltag begleitet. „Fast Track“ – also „Überholspur“ – steht für eine schnellere Erholung, weniger Komplikationen und mehr Lebensqualität nach einem operativen Eingriff.
Individuelle Behandlung statt starrer Routine
Das Besondere: Jeder Behandlungsschritt folgt einem klaren, wissenschaftlich belegten Pfad, der auf den neuesten medizinischen Erkenntnissen basiert. „Unser Prinzip besteht darin, alles Unnötige, Belastende und Überholte wegzulassen und mit innovativen, wissenschaftlich belegten Maßnahmen punktgenau zu behandeln“, erklärt Dr. Erik Rothenbach, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des EndoProthetikZentrums.
Der Weg beginnt bereits zwei Wochen vor dem Eingriff mit einer Patientenschule. Ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Physiotherapie, Pflege, Sozialdienst, Anästhesie und Orthopädie vermittelt essenzielle Informationen, von der Narkosevorbereitung über das Verhalten am OP-Tag bis hin zu Rehabilitationsmaßnahmen und sozialrechtlichen Fragen. Ziel ist es, dass die Patienten gut vorbereitet und angstfrei in die Operation gehen.
In der Operation selbst setzt das Team des EPZ auf minimalinvasive, gewebeschonende Techniken und moderne Narkoseverfahren, die eine schnellere Erholung ermöglichen. Noch am Tag des Eingriffs beginnen die ersten physiotherapeutischen Übungen. Hier lautet der Leitsatz: „Sie sind nicht krank – Sie wollen Ihre Mobilität und Lebensqualität verbessern“.
Essen und Bewegung in Gemeinschaft
Auch auf der Station unterstützt das Behandlungsteam die schnelle Rückkehr in den Alltag. In der eigens eingerichteten Essens-Lounge können sich Operierte austauschen, gemeinsam essen und sich gegenseitig motivieren. Im Flur des zweiten und dritten Stocks befindet sich ein Fast-Track-Parcours mit zehn Übungsstationen inklusive Bildanleitungen und QR-Codes zu speziellen Übungsvideos.
Neben der täglichen Einzeltherapie findet zweimal wöchentlich ein Gruppentraining statt. Neu hinzugekommen ist das Qigong-Angebot, das für Entspannung, bewusste Bewegung und neue Energie sorgen soll. Jeden Mittwoch lädt das Team der Physiotherapie außerdem zu einem begleiteten Spaziergang durch den Klinikpark ein. Auch das ist Teil des ganzheitlichen Mobilisierungskonzepts.
Dabei gilt: Alles kann, nichts muss. Aber wer mitmacht und sich auf das Endo Fast Track-Konzept einlässt, profitiert spürbar – durch weniger Schmerzen, kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnellere Selbstständigkeit im Alltag.