ROSA kommt nach Simmern
SIMMERN. Ab Ende September unterstützt der Roboterarm ROSA die Operateurinnen und Operateure des zertifizierten EndoProthetikZentrums der Maximalversorgung der Diakonie Kliniken Simmern bei Knieprothesenoperationen. ROSA (Robotic Surgical Assistant) stammt vom Hersteller Zimmer Biomet und zählt zu den modernen robotikgestützten Systemen in der Kniechirurgie. Der Roboterarm führt die Operation dabei nicht eigenständig durch. Die erfahrenen Operateurinnen und Operateure behalten jederzeit die Kontrolle. ROSA unterstützt sie bei der Planung und Durchführung des Eingriffs. Das System kommt sowohl beim vollständigen Kniegelenkersatz (Totalendoprothese, TEP) als auch bei der Versorgung mit einer unikondylären Teilprothese (Schlittenprothese) zum Einsatz.
Das zertifizierte EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung genießt bereits heute einen sehr guten Ruf: Patientinnen und Patienten kommen nicht nur aus dem gesamten Rhein-Hunsrück-Kreis, sondern auch aus Nachbarlandkreisen und sogar aus anderen Bundesländern in die Kreisstadt. Grundsätzlich steht die robotische Assistenz jeder Patientin und jedem Patienten offen. Bereits bei der präoperativen Planung des Eingriffs prüfen die Orthopädinnen und Orthopäden, wer von einer Unterstützung durch ROSA besonders profitieren kann.
„Jeder Körper ist anders. Das roboterarmassistierte Verfahren ermöglicht es uns, jedem Patienten eine möglichst exakt auf seine Bedürfnisse abgestimmte Lösung anzubieten. Besonders Menschen mit komplexen Befunden, besonderen Beinachsenverhältnissen oder Bandinstabilitäten können von dieser neuen Technik profitieren. Bei ROSA handelt es sich um einen Roboterarm der neuesten Generation, von dessen Qualität wir uns in den vergangenen Monaten überzeugt haben“, erklärt Dr. Erik Rothenbach, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Leiter des EndoProthetikZentrums.
Vor der Operation erfasst das System wichtige Informationen über das Knie. Die Operateurinnen und Operateure können damit die Position und Ausrichtung der Prothese individuell planen. Während des Eingriffs unterstützt ROSA die millimetergenaue Platzierung des Implantats. Durch die präzise Anpassung des neuen Gelenks an die individuelle Anatomie und Bandspannung kann das Risiko von Komplikationen verringert werden. Zudem können Heilungsverlauf, Funktion und Haltbarkeit des neuen Gelenks positiv beeinflusst werden.
Eine begleitende App soll Patientinnen und Patienten künftig auch bei der Vorbereitung und Nachsorge unterstützen. Sie können darin ihre Trainingseinheiten einsehen, verfolgen und dokumentieren. Außerdem erhalten sie vor, während und nach ihrem Klinikaufenthalt Tipps und Informationen. Wie intensiv Patientinnen und Patienten die App nutzen, entscheiden sie selbst. Der Einsatz dieser neuen Technik ist in der Region bislang einzigartig.
Start Ende September
Nach einer intensiven Ausbildungs- und Einarbeitungsphase soll ROSA ab Ende September bei den ersten Knieoperationen eingesetzt werden. Für die Diakonie Kliniken Hunsrück ist die Einführung ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung moderner Operationstechniken. Im Mittelpunkt steht dabei die Patientensicherheit.
„Wir entwickeln unser Behandlungsspektrum kontinuierlich weiter. Mit dem Roboterarm schaffen wir eine zusätzliche Möglichkeit, unsere Patientinnen und Patienten bei Knieprothesen individuell und technisch auf dem aktuellen Stand zu versorgen“, so Carina Esch, Geschäftsführerin der Diakonie Kliniken Hunsrück.
Für das Frühjahr 2027 ist eine Informationsveranstaltung geplant. Dort sollen der Roboterarm, seine Funktionsweise und sein Einsatz bei Knieoperationen vorgestellt werden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.