Simmern | 25 Jahre Hoffnung, Halt und neue Perspektiven
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie feiert 25-jähriges Jubiläum SIMMERN. Wenn das Leben aus dem Gleichgewicht gerät, brauchen Menschen einen Ort, an dem sie Hilfe finden. Seit 25 Jahren ist die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Diakonie Kliniken Hunsrück eine solch wichtige Anlaufstelle. Rund 1.200 Patientinnen und Patienten begleitet das multiprofessionelle Team jedes Jahr auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Am 16. September blickt die Fachabteilung auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Die 100-köpfige Abteilung erfüllt den psychiatrischen Versorgungsauftrag des Landes Rheinland-Pfalz für den Rhein-Hunsrück-Kreis sowie für die Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg. Mit stationären, tagesklinischen und ambulanten Angeboten stellt sie die wohnortnahe psychiatrische Versorgung der Menschen in der Region sicher. „Psychische Erkrankungen sind heute deutlich sichtbarer als noch vor 25 Jahren. Dass Menschen offen über Depressionen, Ängste oder Erschöpfung sprechen, ist ein wichtiger gesellschaftlicher Fortschritt“, sagt Geschäftsführerin Carina Esch. „Unsere große Anerkennung gilt allen Mitarbeitenden, die diese Entwicklung mit großem Engagement begleitet haben. Besonders danken wir Herrn Dr. Winfried Oberhausen, der die Abteilung aufgebaut und über viele Jahre geprägt hat. Gemeinsam mit seinem Team hat er eine psychiatrische Versorgung geschaffen, die aus der Region heute nicht mehr wegzudenken ist.“ Moderne Versorgung aus einer HandWas 2001 begann, hat sich zu einer festen Größe in der psychiatrischen Versorgung entwickelt. Die Abteilung verfügt heute über drei Stationen mit insgesamt 58 Betten, darunter eine geschützte Akutstation. Die Tagesklinik umfasst 17 Plätze und die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) bildet das ambulante Angebot ab. Stationäre, tagesklinische und ambulante Behandlung greifen dabei eng ineinander. Ergänzt wird das Angebot durch aufsuchende Hilfen für Menschen, die nach ihrem Klinikaufenthalt weiterhin intensive Unterstützung benötigen. Ärztinnen, Ärzte und psychiatrische Pflegefachkräfte begleiten unter anderem Bewohnerinnen und Bewohner des Betreuten Wohnens in Boppard und Kastellaun. Sie führen Hausbesuche durch, überwachen Therapien, verabreichen Depotmedikamente und unterstützen die Betroffenen dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen. Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen„Unser Behandlungsangebot ist so vielfältig wie die Menschen, die zu uns kommen“, sagt der neue Chefarzt Dr. Elias Blasius, der Anfang Juli den Staffelstab von Dr. Winfried Oberhausen übernommen hat. „Wir verbinden moderne Medizin mit unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren und beziehen Angehörige frühzeitig in die Behandlung ein. Gerade sie sind häufig eine wichtige Stütze auf dem Weg zurück in den Alltag.“Neben medikamentösen Therapien sind vor allem Einzelgespräche und Gruppentherapien Basis der Arbeit. Zur Behandlung, die stets individuell erstellt wird, gehören auch Kunst- und Ergotherapien, Entspannungsverfahren, Achtsamkeitstraining sowie Sport- und Bewegungstherapien. Als psychiatrisches Schwerpunktzentrum für die Region behandelt die Abteilung Erwachsene ab 18 Jahren mit depressiven Erkrankungen, Angst- und Zwangsstörungen, Psychosen, Suchterkrankungen, Demenz sowie schweren seelischen Krisen. Auch Menschen mit Traumafolgestörungen erhalten in Simmern spezialisierte Hilfe.Zwei Krankheitsbilder dominieren den klinischen Alltag: Die Schizophrenien und andere psychotische Erkrankungen zählen weiterhin zu den häufigsten Gründen für eine stationäre Aufnahme. Obwohl nur rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen ist, benötigen viele Erkrankte zeitweise eine intensive psychiatrische Behandlung.Die größte Patientengruppe bilden jedoch Menschen mit Depressionen. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Fachleute führen diese Entwicklung auf eine zunehmende Verdichtung gesellschaftlicher Belastungsfaktoren zurück, aber auch auf eine verbesserte Diagnostik und eine größere Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen Enge Zusammenarbeit für eine ganzheitliche BehandlungEine Besonderheit der Psychiatrie in Simmern ist die enge Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen der Klinik. Monatlich führen die psychiatrischen Spezialistinnen und Spezialisten 30 bis 40 Konsile, also fachärztliche Beratungen, auf anderen Stationen durch. Sie begleiten dabei Patientinnen und Patienten nach schweren Erkrankungen, Operationen oder einer Krebsdiagnose und unterstützen sie dabei, die seelischen Belastungen ihrer Erkrankung zu bewältigen. Auch psychoonkologische Gespräche gehören zum festen Behandlungsangebot. „Psychische und körperliche Gesundheit lassen sich häufig nicht voneinander trennen“, erklärt Blasius. „Gerade in einem Krankenhaus wie in Simmern profitieren unsere Patientinnen und Patienten von kurzen Wegen und der engen Zusammenarbeit aller Fachrichtungen.“ Mit neuen Impulsen in die ZukunftMit der Neubesetzung der Chefarztposition setzt die Klinik auf Kontinuität und zugleich auch neue fachliche Schwerpunkte. Seit Juli leitet Dr. Elias Blasius die Fachabteilung. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie verfügt über besondere Expertise in der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen sowie in modernen neurost psychotherapeutische oder ärztliche Einzelgesprächeimulatorischen Behandlungsverfahren. „25 Jahre Psychiatrie und Psychotherapie in Simmern stehen für medizinische Kompetenz, Menschlichkeit und Verlässlichkeit“, sagt Geschäftsführerin Carina Esch. „Vor allem aber stehen sie für die vielen Mitarbeitenden, die jeden Tag Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten. Darauf sind wir sehr stolz.“ Jubiläum mit Fachvorträgen und JazzkonzertDas 25-jährige Bestehen feiern die Diakonie Kliniken Hunsrück am 16. September 2026 im Neuen Schloss in Simmern. Ab 15 Uhr geben Fachvorträge Einblicke in die Entwicklung der Psychiatrie und Psychotherapie sowie in aktuelle Behandlungsmöglichkeiten. Den musikalischen Abschluss bildet um 20 Uhr ein Konzert der Jazzformation „Triosence“. Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten (E-Mail an hk-psychiatrie-sek@kreuznacherdiakonie.de). Mit der Jubiläumsveranstaltung möchten die Diakonie Kliniken Hunsrück nicht nur auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher psychiatrischer Versorgung zurückblicken, sondern auch ein Zeichen für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen setzen.