Bad Kreuznach | Symposium brachte das Netzwerk der Palliativ-Experten zusammen
Der Rückblick auf 15 Jahre ist beeindruckend: So lange ist der Palliativdienst an den Diakonie Kliniken Bad Kreuznach bereits etabliert. Er gehörte damals zu den ersten in Rheinland-Pfalz. Anlässlich dieses Jubiläums fand im Luthersaal der Stiftung kreuznacher diakonie ein palliativmedizinisches Symposium statt. Die Veranstaltung bot nicht nur einen fachlichen Austausch für Expertinnen und Experten, sondern auch einen offenen Dialog über die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen. Freunde, Wegbegleiter und Kolleginnen waren gekommen, um Dr. Brigitte Jage, Oberärztin der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Palliativmedizin, und ihrem Team für die Aufbauarbeit in Bad Kreuznach zu danken. Im vollbesetzten Luthersaal mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden, weil das große Netzwerk der palliativmedizinischen Versorgung aus der Region zusammengekommen war. Sie nutzten das Symposium für einen intensiven Austausch mit den Referentinnen und Referenten und über eine Versorgungsform, die angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger wird. In ihrem Vortrag gab Dr. Jage einen ebenso spannenden wie augenzwinkernden Einblick in die anspruchsvolle Aufbauarbeit und den heutigen Alltag des Palliativdienstes der Diakonie Kliniken. „Was 2010 als Drahtseilakt ohne Netz begann“, so Dr. Jage in ihrem Vortrag, „ist heute ein interdisziplinär getragenes Versorgungsangebot, das bereits mehr als 4.000 Patientinnen, Patienten und Angehörige begleitet hat. Das multiprofessionelle Team aus Medizin, Pflege, Sozialdienst, Seelsorge und den therapeutischen Fachbereichen ist auf allen Stationen des Krankenhauses präsent und unterstützt die Kollegen bei der Betreuung schwerkranker Patientinnen und Patienten. Gemeinsam mit den Stationsteams werden das Therapieziel und der Behandlungsweg festgelegt – stets mit dem Blick darauf, was medizinisch sinnvoll und zugleich das Beste für den Menschen ist.“ Dieses Kernthema der Palliativmedizin zog sich auch durch die weiteren Vorträge. Dirk Wingertszahn, Fachkrankenpfleger, sprach über die Erhaltung der Würde als zentrales Ziel pflegerischen Handelns in der Palliative Care. Prof. Dr. Martin Weber, Mitbegründer der Mainzer Hospizgesellschaft und Vorsitzender der Interdisziplinären Gesellschaft für Palliativmedizin Rheinland-Pfalz, beleuchtete Erfahrungen und Perspektiven des Leids am Lebensende. Einen Blick in benachbarte Disziplinen warf Prof. Dr. Martin Neukirchen. In seinem Vortrag widmete er sich dem Ausstieg aus der Maximaltherapie und der Frage, was die Intensivstation von der Palliativmedizin lernen kann. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, wodurch auch der Bedarf an menschlicher Begleitung, wirksamer Schmerztherapie und ganzheitlicher Unterstützung am Lebensende wächst. Die Diakonie Kliniken Bad Kreuznach stellen sich dieser Aufgabe mit einem breiten palliativmedizinischen Angebot“, sagt der Ärztliche Direktor der Diakonie Kliniken, Dr. Christoph von Buch. Mit der Übernahme des ehemaligen Krankenhauses St. Marienwörth und erweiterten Strukturen, zu denen eine eigene Palliativstation sowie die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gehören, entstehen zusätzliche, zukunftsweisende Angebote. Sie greifen den steigenden Bedarf einer älter werdenden Bevölkerung auf und stärken die Versorgung in der Region nachhaltig.



































































































