Dr. med. Holger Rennollet
Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach
Seit Januar 2005 behandelt das Team der Hauptfachabteilung Akutpsychosomatik Patienten mit psychischen und psychosomatischen Störungen. Wir gewährleisten eine zügige und gründliche Diagnostik biologisch-medizinischer Krankheitsfaktoren einerseits und psycho-sozialer Krankheitsfaktoren andererseits und daraus resultierend eine individuelle und hoch intensive psychosomatische Therapie unter Einschluss der Möglichkeiten unseres Akutkrankenhauses.
Wir folgen einem methodenintegrativen Konzept auf der Basis zeitgemäßer Kognitiver Verhaltenstherapie, die auch emotionale und zwischenmenschliche Muster, sowie Körpererfahrung und die Kunst als Zugangswege zu Menschen mit einschließt.
Sämtliche Einzel- und gruppentherapeutisch vermittelten Interventionen werden wiederholt im interdisziplinären Behandlungsteam überprüft, reflektiert, abgestimmt und gegebenenfalls angepasst (Komplexbehandlung).
Das Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen, Krankenschwestern, Kunsttherapeutinnen, Körpertherapeutinnen, Physiotherapeutinnen und Sozialarbeiterinnen. Auch Seelsorger können ebenso wie Angehörige einbezogen werden.
Nicht behandelt werden dürfen Patienten mit akuter Suchterkrankung, manifester Psychose oder akuter Suizidalität. Auch demente Patienten können in diesem Rahmen nicht sinnvoll behandelt werden.
Die Anmeldung erfolgt immer über Ihren Arzt/Ihre Ärztin (Haus- oder Facharzt/-ärztin) oder Therapeuten (behandelnde/r Psychiater/-in oder Psychotherapeuten/-in). Diese melden Sie tagsüber zwischen 8.30 und 16.30 Uhr telefonisch unter (0671) 372-1252 bei unseren Psychotherapeuten an und klären die Aufnahmeindikation. Im Anschluss werden Sie von uns telefonisch kontaktiert und nach Übereinkunft auf die Warteliste genommen. Die Wartezeiten variieren. Eine grobe Einschätzung der aktuellen Wartezeiten kann im Rahmen des Anmeldeprozesses mitgeteilt werden.
Zur Vereinbarung eines Aufnahmetermins und für detaillierte Informationen zur Aufnahme meldet sich dann unser Sekretariat telefonisch bei Ihnen.
Therapie
Zu Beginn erhalten unsere Patienten/Patientinnen einen Therapieplan, auf dem die therapeutischen Veranstaltungen und der typische Tagesablauf abgebildet sind. Dieser wird durch individuelle Termine ergänzt. Während des stationären Aufenthaltes erhalten unsere Patienten/Patientinnen eine hochdosierte Psychotherapie. Dazu gehörenmehrere Einzelgespräche pro Woche eingebettet in ein durchdachtes Stationssetting mit Gruppentherapien, Psychoedukation und co-therapeutische Verfahren sowie Feldenkrais-Körpertherapie und Kunsttherapie.
Ergänzt werden die Therapien durch regelmäßige Anleitungen zu Entspannungstechniken wie der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson und auch aromatherapeutischer Unterstützung. In individuell angeordneten therapeutischen Ausgängen können z.B. positive Aktivitäten aufgebaut und Ressourcen reaktiviert werden. In individuell geplanten Expositionen können Konfrontationsübungen durchgeführt und Therapiefortschritte gefestigt werden.
Unsere Pflegefachkräfte sind durchgehend Tag und Nacht auf Station für Sie da. Außerdem besteht eine durchgehende ärztliche Verfügbarkeit auch außerhalb der regulären Therapiezeiten. Sollte eine weitere stationäre Behandlung in Form einer psychosomatischen Rehabilitation für Sie in Frage kommen, unterstützt Sie nach Absprache unser Team des Sozialdienstes bei der Antragstellung.
Kunsttherapie ist eine relativ junge therapeutische und wissenschaftliche Disziplin, die durch den Einsatz künstlerischer, nonverbaler Medien sowie über die therapeutische Beziehung nachhaltig vitalisierende, psychotherapeutisch wirksame Prozesse auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene anstößt und begleitet.
Sie unterstützt Menschen bei der Entfaltung ihres schöpferischen Potenzials und hilft bei der Aktivierung von Selbstheilungskräften und individuellen Bewältigungsformen im Umgang mit Krisen und Krankheit. Sie orientiert sich an den gesunden Anteilen des Menschen und seinen im gestalterischen und therapeutischen Prozess sichtbar werdenden Ressourcen.
Im kunsttherapeutischen Kontext setzen wir Bilder ebenso als diagnostisches Mittel ein, um persönliche Probleme zu erkennen, als auch, um positive Entwicklungspotenziale zu fördern. Mittels der Kunsttherapie bieten wir eine ganzheitliche Behandlungsmöglichkeit sowohl durch sinnliche als auch geistige Erfassung und Verarbeitung von individuellen Themen. In der Begegnung mit dem eigenen Bild versteht sich kunsttherapeutische Intervention als Basis zur Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. Sie trägt des Weiteren zur Entwicklung von Identität und Autonomie bei. Der Mensch erlernt kreative Einstellungen und erfährt schließlich durch die künstlerische Betätigung eine Stabilisierung des Selbstvertrauens und neue Bewältigungsstrategien.
Das Künstlerische ist daher nicht das Ziel an sich, sondern Mittel zum Zweck. Es ist also nicht nötig, zeichnen oder malen zu können. Es geht eher darum, sich seiner Gefühle und Eindrücke bewusst zu werden und sie zu äußern.

Das Erleben und Erlernen der Feldenkrais-Methode beruht auf der genauen Wahrnehmung und bewussten Analyse der eigenen Bewegungsmuster und dem daraus resultierenden Körperbild. Diese Form des Lernens ist eine Selbsterfahrung. Sämtliche alltägliche Bewegungsabläufe können so mit dem Feldenkrais-Konzept optimiert werden, wobei Körper und Geist gleichzeitig angeregt und beweglicher werden.
Die Feldenkrais-Methode ist ein pädagogisches Konzept der Selbsterziehung. Lehren und Lernen und damit mögliche Veränderungen und Verbesserungen der Lebensqualität - nicht Gesundheit oder Krankheit - stehen im Mittelpunkt der Arbeit.
In der Gruppentherapie „Feldenkrais – Bewusstheit durch Bewegung“ führen die Teilnehmenden verbal angeleitete Bewegungsabläufe durch. Diese orientieren sich an der kleinschrittigen Analyse der Bewegungsentwicklung sowie an unseren alltäglichen Bewegungen. Die Übung ist nicht, wie sonst üblich, die Ausführung der Bewegung. Vielmehr geht es um die Wahrnehmung derselben, hinsichtlich der Merkmale der Ausführung: Tempo, Kraftaufwand, Koordination, Achtsamkeit. Hinzu kommt, während eingeschobener Pausen, das Erspüren der Nachwirkung. So wird die ständige Verknüpfung zwischen Denken, Fühlen und Handeln konkret erfahrbar, es besteht Bewusstheit durch Bewegung und umgekehrt.
In der Einzeltherapie „Feldenkrais – Funktionale Integration“ liegen die Teilnehmenden auf einer extra dafür angefertigten Bank und machen keine aktive Bewegung, sondern können durch Berühren und Bewegen seitens des Lehrenden die Zusammenhänge des Bewegungssystems in verschiedenen Positionen erkennen. Es entsteht ein Dialog zwischen den Händen des einen und dem Körper des anderen. Das Resultat sind oft eindrucksvolle Veränderungen in den Haltungs- und Bewegungsmustern des Lernenden.
Quelle: International Feldenkrais Federation
Unsere Therapien finden in einem durchdachten Setting statt, das es den Patientinnen und Patienten ermöglichen soll, effektiv von der Behandlung zu profitieren. Hierfür wurden Rahmenbedingungen etabliert, welche ein möglichst günstiges Umfeld für die Behandlung bieten. Hierzu zählen:
Team

Dr. med. Holger Rennollet
Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach

Dr. med. Yasmin Zorbach
Leitende Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin, Akupunktur, Manuelle Medizin
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach

Farshad Amani
Funktionsoberarzt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach

Dr. med. Maria Puth-Herbster
Funktionsoberärztin, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach

Diplom-Psychologin Corinna Schroth
Psychologische Leitung
Diakonie Kliniken Bad Kreuznach gGmbH | Mühlenstraße
Mühlenstraße 39
55543 Bad Kreuznach
Ausbildung
Psychologen haben ein Hochschulstudium im Fach Psychologie abgeschlossen. Die "Klinische Psychologie und Psychotherapie" bezeichnet eine Teildisziplin, die sich aus psychologischer Sicht mit der Erforschung, Diagnostik, Therapie und Vorbeugung von psychischen Problemen und psychischer Gesundheit beschäftigt. Wenn Psychologen (Diplom- oder Masterabschluss) die Qualifikation als „Psychologische Psychotherapeuten“ und die entsprechende staatliche Anerkennung (Approbation) erwerben wollen, müssen sie nach Abschluss des Studiums noch eine 3 bis 5 Jahre dauernde offizielle Zusatzausbildung absolvieren. Während dieser Zusatzausbildung bezeichnet man sie als „Psychotherapeuten in Ausbildung“.
Der fünfjährige Studiengang Psychotherapie fokussiert sich auf die Ursachen von psychischen Störungen und die Behandlung von psychischen Krankheiten. Nach einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung (Approbation) können „Psychotherapeuten“ selbstständig psychotherapeutisch tätig sein. Zum Abrechnen mit den gesetzlichen Krankenkassen müssen sie zudem eine mehrjährige psychotherapeutische Weiterbildung durchlaufen und arbeiten währenddessen als „Psychotherapeuten in Weiterbildung“.
Um als Arzt oder Ärztin Psychotherapie ausüben zu dürfen, bedarf es nach dem abgeschlossenen Hochschulstudium der Humanmedizin einer besonderen Weiterbildung. Sie kann zum/zur „Facharzt/-ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie“ (5 Jahre) oder dem/der „Facharzt/-ärztin in für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ (5 Jahre) führen. Die Psychiatrie ist die medizinisch-ärztliche Lehre von der Erforschung, Klassifikation, Diagnostik und Therapie psychischer Störungen (Krankheiten). Die Bedeutung der Psychotherapie wird neben biologisch und sozial orientierten Behandlungsverfahren in der Psychiatrie durch die Bezeichnung „-und Psychotherapie“ hervorgehoben. Von noch zentralerer Bedeutung sind die psychotherapeutischen Verfahren für den/die „Facharzt/-ärztin für Psychosomatische Medizin“. Für die Verordnung und Steuerung einer medikamentösen Behandlung bedarf es einer ärztlichen Ausbildung.